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Braucht man eine Genehmigung für den Gartenteich?

Das Plätschern des Wassers wirkt beruhigend und motivierend zugleicht, fast wie eine Meditation. Und mit den Pflanzen und Fischen, dem Refugium für Frösche, Insekten und Molche schützt man auch noch aktiv die Umwelt. So mancher Gartenbesitzer träumt davon, einen mehr oder weniger naturnahen Teich anzulegen. Bevor man jetzt aber den großen Bagger kommen lässt, sollte man sich zuvor genau erkundigen. Denn nicht immer sehen auch die Behörden den unbedingten Nutzen eines Gartenteiches – und verlangen erst mal ein aufwendiges Genehmigungsverfahren. Lesen Sie hier, welcher Gartenteich bedenkenlos anzulegen ist und wann Sie eine solche Genehmigung benötigen.

Braucht man für den Gartenteich eine Genehmigung?

Die gute Nachricht zuerst: Fast immer sind Gartenteiche mit einem Wasservolumen von bis zu 7.000 Litern genehmigungsfrei. Das gilt aber nur, wenn sie im eigenen Garten in einem geschlossenen Bebauungsgebiet angelegt werden. Von da an aber muss man aufpassen.

Denn jedes Bundesland hat seine eigenen Richtlinien zum Thema Gartenteich. Allen 16 Bundesländern ist gemein, dass eine Baugenehmigung für den Gartenteich erst ab einem Volumen von mehr als 100 Kubikmetern (m3) anfällt.

In Schleswig-Holstein jedoch braucht man schon eine Genehmigung, wenn die Wasserfläche selbst mehr als 30 Quadratmeter (m2) beträgt, und in Hessen darf die maximale Wassertiefe nur 1,5 Meter betragen.

Während in Brandenburg das Anlegen eines Gartenteichs auch auf Campingplätzen erlaubt ist, dürfen in Hamburger Kleingartenanlagen überhaupt keine Teiche Gärtner und Natur erfreuen. Und in Nordrhein Westfalen sind Naturteiche unter bestimmten Bedingungen erlaubt, Schwimmteiche jedoch nicht.

Wer genau wissen will, ob sein geplanter Gartenteich nun genehmigungspflichtig ist oder nicht, sollte vor Baubeginn also unbedingt zumindest beim zuständigen Bauordnungsamt nachfragen.

Weitere wichtige Punkte für Teichfreunde

Neben den möglichen Baugenehmigungen für Gartenteiche gibt es weitere generelle Vorschriften, die zu beachten sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • Sehr tiefe Gartenteiche, die in den Bereich des Grundwassers vordringen, benötigen eine besondere Genehmigung.
  • Auch besonders große Teichanlagen müssen von der örtlichen Unteren Wasserbehörde geprüft und genehmigt werden, bevor sie angelegt werden.
  • Gleiches gilt für einen sogenannten „Durchfluss-Teich“, der aus einem Fließgewässer in der Nähe gespeist und auch dorthin wieder eingeleitet wird.
  • Manche Bebauungspläne verbieten die Anlage größerer Gartenteiche. Darüber gibt die zuständige Gemeindeverwaltung Auskunft.
  • Ein Teich, der in einer Hanglage angelegt werden soll, benötigt eine Staumauer oder einen kleinen Deich. Hierbei sind nicht nur besondere Sicherheitsvorschriften zu beachten, sondern gegebenenfalls auch das Mitspracherecht der Nachbarn.
  • Außerhalb von geschlossenen Bebauungsgebieten geplante Teiche müssen zusätzlich von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt werden.
  • Bei einer Teichtiefe von mehr als 30 Zentimetern gelten besondere Pflichten zur Verkehrssicherung des Gewässers.

Gartenteich anlegen – die besten Tipps

Wenn alle nötigen Genehmigungen eingeholt sind, kann es endlich daran gehen, den Gartenteich anzulegen. Damit alles wie am Schnürchen klappt und man hinterher keine maßgeblichen Änderungen vornehmen muss, ist eine gute Planung von Anfang an zu empfehlen.

Und so gehen Sie dabei vor:

Der beste Standort für den Gartenteich

Wollen Sie sich immer an Ihrem schönen Teich erfreuen? Dann legen Sie ihn am besten in der Nähe der Terrasse an. Etwas weiter entfernt sollte er allerdings ausgehoben werden, wenn er sehr naturnah gestaltet sein und dadurch viele Tiere anlocken soll.

Achten Sie auf ein guten Verhältnis von Schatten und Sonne. Denn Wasserpflanzen benötigen einerseits genügend Licht zum Gedeihen, andererseits kann zu viel Sonne das ungewollte Algenwachstum stark fördern. Und auch die Fische im Teich benötigen sowohl helle als auch schattigere Bereiche.

Bäume in unmittelbarer Nähe des Teiches können die Wasseroberfläche vor allem in der prallen Mittagssonne gut beschatten. Ihre Wurzeln allerdings können je nach Art auch die Teichfolie beschädigen. Grundsätzlich ist es auch günstig, wenn Bäume und Sträucher östlich vom Teich stehen. Denn dann kann der Wind das Laub im Herbst vom Gartenteich weg wehen, und der Reinigungsaufwand wird wesentlich geringer. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Teichpumpe dadurch weniger leisten muss.

Wie groß soll’s denn sein?

Dass Gartenteiche ab einer bestimmten Größe eine Genehmigung benötigen, haben wir bereits erwähnt. Aber auch mit Erlaubnis sollte die Größe der Wasserfläche natürlich auch zum Garten passen und sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Dazu ist allerdings auch zu sagen, dass größere Teiche schneller von einem ökologischen Gleichgewicht profitieren, wodurch sich der Pflegeaufwand letztendlich ebenfalls reduziert.

Gleiches gilt auch für die Form des Gartenteiches. Sie sollte mit der restlichen Gestaltung des Garten harmonieren. Das heißt, dass auf einem Grundstück, auf dem runde, geschwungene Formen und Reliefs vorherrschen, auch ein geschwungener Gartenteich angelegt werden sollte. In architektonisch gerade gestalteten Gärten mit klaren Winkeln wiederum passt eher ein Gartenteich, der ebenfalls durch klare Linien gekennzeichnet ist. Ein Rechteck, ein Kreis oder eine Ellipse passen hier am besten.

Auch an die Technik denken

Die wenigsten Gartenteiche kommen ohne Wasserfilter und dazugehöriger Teichpumpe aus. In der Regel ist der Nährstoffeintrag durch Laub, Staub, Sand Samen, Reste von Fischfutter und Kot so hoch, dass sich das Wasser früher oder später trübt. Die hohe Stickstoff- und Phospatkonzentration führt zudem dazu, dass die Algen im Wasser zur Blüte angetrieben werden.

Eine Tauchpumpe, die das Wasser zum Filtern befördert, ist deshalb meist unabdingbar. Damit werden nicht nur Schwebstoffe ausgesiebt, sondern durch einen Aktivkohleeinsatz auch Giftstoffe gebunden. 

Ein solches System im Nachhinein einzubauen, ist meist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Klüger ist es deshalb, Pumpe und Filter von vornherein mit einzuplanen.


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