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Brunnen selber bohren – Ausführliche Anleitung und wichtige Tipps

Wer sich für einen eigenen Brunnen im Garten entscheidet, der möchte damit in der Regel Wasserkosten sparen. Schließlich braucht man für die Bewässerung des Gartens kein teures Trinkwasser. Aber auch den Haushalt (z.B. Toilettenspülung/Waschmaschine) kann man mit Brunnenwasser versorgen und so die jährlichen Wasserkosten deutlich reduzieren. Wer Ausdauer, Kraft und handwerkliches Geschickt hat, der kann seinen Brunnen selber bohren. Dadurch ist der eigenen Brunnen wesentlich günstiger, als wenn man ihn von einem Brunnenbauer bohren lässt.

Grundsätzlich ist es möglich einen Brunnen von bis zu zehn Metern selber zu bohren. Alles was tiefer ist, sollte von einem Profi vorgenommen werden, da es ab dieser Tiefe kaum noch möglich ist mit einem Handbohrer zu bohren. Wir möchten Ihnen einen kleinen Überblick geben und Ihnen zeigen, was Sie alles dafür benötigen, um Ihren eigenen Gartenbrunnen bohren zu können. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie Fehler vermeiden können und erklären Ihnen, welche Schritte notwendig sind damit man später auch Wasser aus dem Brunnen fördern kann.

Beachten Sie aber, dass es eine Menge Zeit und Arbeit benötigt, um einen Brunnen selber zu bohren.
Brunnen selber bohren
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Welche Materialien benötige ich?

Reichliche Voraussetzungen zum Gartenbrunnen selber bohrenUm das Loch überhaupt zu Bohren, benötigen Sie einen Erdbohrer. Des Weiteren brauchen Sie ein Kanalgrundrohr, welches später als Brunnenrohr dient. Um nach Erreichen der Wasserführenden Schicht weiter zu bohren benötigen Sie einen Plunscher/Kiespumpe. Dies ist ein am unteren Ende offenes Stahlrohr, welches man durch das Herablassen auf den Grund mit Kies/Sand befüllt und so das Brunnenrohr weiter in die Erde treibt. Um später das Wasser fördern zu können benötigen Sie auch eine entsprechende Pumpe. Damit diese das Wassere ansaugen kann, ist ein Saugschlauch von Nöten. Für die Installation benötigen Sie noch einige weitere Zubehörteile, auf die wir in der Anleitung weiter eingehen werden.

Möchten man Kosten sparen, kann man für das Brunnenrohr ein KG-Rohr verwenden. Besser eignet sich aber ein richtiges Brunnenrohr mit Filterstrecke. Dieses wird verschraubt und ist dadurch robuster.

 

Schritt 1: Rechtliche Voraussetzungen/Genehmigung

Grundsätzlich darf jeder einen Brunnen selbst bohren. In einigen Bundesländern/Gemeinden müssen Sie ihr Vorhaben aber vorher ankündigen und eine Genehmigung erhalten. Damit Sie später keinen Ärger mit den Behörden bekommen, wenden Sie sich an die zuständige Kreis- oder Stadtverwaltung oder die zuständige Wasserbehörde und melden Sie Ihr Vorhaben an. Informieren Sie sich rechtzeitig vor der Bohrung bei Ihrer zuständigen Behörde über die nötigen Voraussetzungen, damit es hinterher keine Probleme gibt. Nach erfolgreicher Genehmigung können Sie ihren Brunnen selber bohren.

 

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Schritt 2: Planung ist das A&OPlanung ist das Wichtigste

Der Brunnen sollte an einer geeigneten Stelle gebohrt werden. Überlegen Sie sich vorher , wo sie den Brunnen selber bohren wollen und wie Sie die Pumpe anschließen wollen. Auch die Erkundigung zur Grundwassertiefe in Ihrer Region kann hilfreich sein. So wissen Sie, bis zu welcher Tiefe Sie ca. bohren müssen, um auf Wasser zu stoßen.

 

Schritt 3: Muskelkraft oder Motorunterstützung?

Das Bohren des Brunnenlochs kann entweder durch Muskelkraft erfolgen oder mithilfe eines Brunnenbohrers. Einen Brunnenbohrer können Sie sich ausleihen und so relativ leicht Ihr Brunnenloch bohren. Ein Hand Erdbohrer besteht aus einem Bohrkopf, einem Griff und vielen Stangen. Durch Drehen wird der Bohrer immer weiter in die Erde getrieben. Indem man den Erdbohrer rauszieht, entfernt man die Erde. So kann man nach und nach Meter für Meter seinen Brunnen selber bohren.

 

 

Gartenbrunnen bohren

Schritt 4: Brunnen Bohren

Nun beginnt das Vergnügen, wir fangen mit dem Gartenbrunnen selber bohren an. Zuerst graben Sie mit dem Spaten ein kleines Loch vor. Nun setzen Sie den Bohrer in das Loch und fangen an zu bohren. Dazu drehen Sie den Erdbohrer am Griff im Uhrzeigersinn. Nach einigen Umdrehungen ziehen Sie den Bohrer wieder heraus, entfernen die Erde und bohren weiter. Setzen Sie nach und nach die Verlängerungsstangen ein. Wichtig ist, dass Sie langsam und ohne Druck bohren, da der Brunnenschacht sonst einstürzen könnte. Bohren Sie so lange weiter, bis sie das Grundwasser erreichen. Das merken Sie, sobald die Erde, die Sie fördern nass ist.

 

Schritt 5: Brunnenrohr einsetzen

Haben Sie das Grundwasser erreicht, kommen Sie mit dem Erdbohrer nicht mehr weiter. Bei dem Versuch weiter zu bohren, würde das Wasser, welches sich im Bohrloch sammelt die Wände wegspülen. Im schlimmsten Fall bricht dabei Ihr Bohrloch ein. Für das Brunnenrohr können Sie ein einfaches und preiswertes Kanalgrundrohr verwenden. Stecken Sie diese etwas länger zusammen, als das Bohrloch tief ist. Um das Brunnenrohr zu fixieren, umwickeln Sie die Verbindungen mit Gewebeband. An der Unterseite des Rohres (ca. der letzte Meter) müssen Sie außerdem mit der Trennscheibe einige Schliche reinschneiden. Dieses Stück des Rohres wirkt nachher wie ein Filter. Er lässt das Wasser durch und hält den Sand zurück. Alternativ zum Kanalrohr gibt es auch richtige Brunnenrohre, die man miteinander verschrauben kann. Diese besitzen auch direkt ein entsprechendes Filterrohr.

 

Schritt 6: Bohrloch mit dem Plunscher/Kiespumpe befreien

Brunnen selber bohrenNun folgt der zweite Teil des Brunnen selber Bohren, das Plunschen des Brunnens. Damit man auch Wasser fördern kann, muss man noch weiter in die Wasserführende Schicht bohren. Wie erwähnt ist das mit dem Erdbohrer aber nicht möglich. Für diesen Schritt benötigt man eine Kiespumpe/Plunscher. Damit diese funktioniert, müssen Sie das Bohrloch mit Wasser fluten. Nachdem das Brunnenrohr in das Bohrloch getrieben wurde, lässt man den Plunscher in dieses hinab. Dabei handelt es sich um ein Stahlrohr. Dieses wird mit Schwung nach oben gezogen und mit dem erzeugten Schwung wieder auf den Grund fallen gelassen. Dabei füllt sich das Rohr mit Sand. Beim erneuten schwungvollen Hinaufziehen verschließt sich die Unterseite des Rohrs.

 

Nach etwa zehn Füllvorgängen zieht man den Plunscher wieder nach oben und entleert ihn. Durch diesen Vorgang rutscht das Brunnenrohr immer weiter in die Erde. Damit dies besser gelingt, können Sie das Brunnenrohr auch beschweren oder mit leichten Hammerschlägen (Unterlage verwenden) weiter in die Erde treiben. Wiederholen Sie diesen Schritt so lange, bis das Wasser im Brunnen ca. zwei bis drei Meter hoch steht. Erst dann sind Sie tief genug in die Wasserführende Schicht eingedrungen und sind mit dem Gartenbrunnen bohren fertig. Bei dieser Tiefe wird gewährleistet, dass auch bei großer Wasserentnahme und/oder in Trockenperioden immer noch genug Wasser zur Verfügung steht.

 

Schritt 7: Brunnenrohr reinigen

Nun ist es fast geschafft. Bevor Sie die Pumpe fest installieren, müssen Sie das Brunnenrohr noch von losem Sand reinigen. Bringen Sie einen Filter an die Pumpe an und lassen diese bei allmählich steigender Leistung laufen. Die Sauggarnitur, mit der die Pumpe das Wasser ansaugt, sollte dabei nicht bis ganz auf den Grund gelangen. Nachdem der Brunnen ordentlich durchgespült wurde, können Sie die Pumpe abschalten und installieren.

 

Schritt 8: Pumpe anschließen

Pumpe anschließenAls letzter Schritt erfolgt die Installation der Pumpe. Entscheiden Sie sich, ob Sie diese direkt neben dem Brunnen installieren möchte und ob dies oberirdisch oder unterirdisch passieren soll. Generell sollte die Pumpe entweder vor dem Wetter geschützt angebracht werden oder so angeschlossen werden, dass man Sie nach Beendigung der Bewässerung wieder wegstellen kann. Für die Bewässerung des Gartens eignet sich ein Hauswasserautomat. Wer mit dem Brunnenwasser seinen Haushalt versorgen möchte, der sollte zu einem Hauswasserwerk greifen.

 

Wir empfehlen die Pumpe in einem kleinen wetterfesten Pumpenschacht zu installieren. Das kann man ganz einfach selber machen. Dafür benötigt man nur eine große Plastikbox mit Deckel. Schachten Sie dazu ein entsprechendes Loch neben dem Brunnenrohr aus. Setzen Sie die Box in dieses. Bohren Sie in die Box einige Löcher, damit bei einer Undichtigkeit das Wasser ablaufen kann und nicht die Pumpe unter Wasser gesetzt wird. Schließen Sie die Pumpe an und hängen Sie den Saugschlauch in den Brunnen. Dabei sollte dieser einen Abstand von ca. 50cm zum Grund haben, damit kein Sand angesaugt werden kann.

 

Nun verschließen Sie das Brunnenrohr und die Plastikbox. Damit das Ganze auch möglichst unauffällig ist, sollte man entweder eine grüne Box verwenden oder eine entsprechende Gummimatte auf diese legen, so dass diese ebenerdig zur Grasnarbe ist und nicht weiter auffällt. Zur Tarnung noch einen Blumentopf draufstellen und schon erkennt man nicht mehr, dass dort eine Pumpe installiert ist.

 

Fazit zum Brunnen selber bohren

Brunnen selbst bohrenWer seinen Brunnen selbst bohren möchte, der nimmt eine Menge Arbeit in Kauf, spart dabei aber auch eine Menge Kosten. Wer sich für diese Arbeit nicht zu schade ist, der kann so bis zu 50 Prozent der Kosten sparen, die das Bohren durch einen Brunnenbauer kosten würde. Durch die Verwendung von Brunnenwasser für den Garten/Haushalt spart man auch noch jährlich einiges an Wasserkosten, so dass sich ein Brunnen (egal ob selbst gebohrt oder vom Profi) schnell bezahlt macht.

Sie haben Fragen zum Artikel? Dann stellen Sie diese einfach hier in den Kommentaren, wir werden diese schnellstmöglich beantworten.
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Kommentare

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G. Michel 8. Juni 2019 um 15:08

Hallo Leute,
schöner Artikel! Meine Frage: aus welcher maximalen Tiefe kann man denn mit einer Gartensaugpumpe fördern? Haben Sie da Erfahrungen?
Beste Grüsse
G. Michel

Antworten
Pumpen Welt Team

Pumpen Welt Team 10. Juni 2019 um 11:03

Hallo,
das ist vom Modell abhängig, aber das Maximum liegt bei guten Pumpen bei 7-9 Meter.
Einige unserer empfohlenen Modell finden Sie hier: https://www.pumpen-welt.com/gartenpumpe-test/
Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Gruß Ihr Pumpen Welt Team

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